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Veterinäramt


 

1. Allgemeines

 

Im Veterinäramt arbeiten 3 Tierärzte, 3 Lebensmittelüberwachungsbeamte, 1 Veterinärassistent und 3 Verwaltungsangestellte (halbtags). Das Aufgabenspektrum umfasst die Bereiche Tierseuchenbekämpfung mit Tierverkehr und Tierkörperbeseitigung, Tierschutz, Arzneimittelüberwachung, Lebensmittelhygiene einschließlich Lebensmittelüberwachung.

Schwerpunkte unserer Tätigkeit im Bereich der Tierseuchenbekämpfung waren neben der Organisation von Routinebekämpfungsverfahren die Bekämpfung zweier Faulbrutausbrüche bei Bienenvölkern in 2 Gemeinden, eines Q-Fieberausbruchs bei kleinen Wiederkäuern und die Umsetzung der Vorschriften zur Bekämpfung der BHV1- und BVD/MD-Infektion in Rinderbeständen. Im Arzneimittelbereich wurde die Umsetzung der 16. AMG-Novelle fachlich begleitet. Auf dem Gebiet der Lebensmittelhygiene bzw. Lebensmittelüberwachung war vorrangig die Durchführung der risikoorientierten Hygienekontrollen. Daneben bildeten die routinemäßige Probenziehung im Rahmen des nationalen Rückstandskontrollplanes sowie Verdachtsprobeneinsendungen weitere Schwerpunkte der Arbeit.

 

2. Tätigkeitsbeschreibung

 

2.1 Tierseuchenbekämpfung

 

2.1.1 Routineuntersuchungen bei landwirtschaftlichen Nutztieren auf Aujeszkysche Krankheit beim Schwein (AK), Leukose, Brucellose und BHV1 Infektion beim Rind

 

Zur Aufrechterhaltung des AK-Freiheitsstatus werden jährlich Stichprobenuntersuchungen durchgeführt. In 6 Zucht- sowie Mastbetrieben sowie bei verkauften Zuchttieren wurden insgesamt 131 Blutproben zur Untersuchung auf AK entnommen – alle mit negativem Ergebnis.

 

Seit dem 12.10.2011 ist Bayern anerkannt BHV1-freie Region nach Artikel 10 der Richtlinie 64/432 EWG. Die Anerkennung unseres Nachbarbundeslandes Thüringen erfolgte am 08.10.2014. Weitere Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Bremen, Niedersachsen wurden bis 08.12.2015 ebenfalls als BHV-1 frei anerkannt.

 

Die Rinderhalter werden regelmäßig hinsichtlich der einzuhaltenden Bedingungen beim geplanten Verbringen von Tieren aus nicht anerkannt freien Regionen informiert.

Alle untersuchten Milchvieh- und Mutterkuhbestände unseres Landkreises sind derzeit BHV1-frei. Fragliche Untersuchungsergebnisse wurden durch Nachuntersuchungen abgeklärt. Bei der BHV1 Überwachung zum Verbringen von Rindern aus nicht anerkannt freien Gebieten in unseren Landkreis wurden insgesamt 695 Vorgänge in der HI-Tier-Datenbank überprüft und bei Unregelmäßigkeiten die betroffenen Rinderhalter angeschrieben.

Alle durchgeführten Leukose- und Brucelloseuntersuchungen wiesen ein negatives Ergebnis auf. Im Rahmen vorgeschriebener Stichprobenuntersuchungen auf Rindertuberkulose wurde ein Betrieb mit negativem Ergebnis untersucht.

 

2.1.2 Tollwut

 

Seit 28.09.2008 gilt Deutschland offiziell als tollwutfrei. Zum Nachweis der anhaltenden Tollwutfreiheit ist es weiterhin erforderlich kranke, verhaltensgestörte oder anderweitig auffällige erlegte und verendet aufgefundene Füchse, Marderhunde und Waschbären auf das Vorhandensein des Tollwuterregers zu untersuchen. 1 Hund (Import) wurde wegen eines nicht ausreichenden Impftiters negativ auf Tollwut untersucht. 6 Importhunde wurden wegen nicht ausreichender Schutzimpfungen gegen Tollwut nachgeimpft.

In Übereinstimmung mit der örtlichen Jägerschaft (Hegeringleiter) unterstützt das Landratsamt die Einrichtung von 3 „Sammelstellen“ für die Aufbewahrung erlegter Füchse zum Zwecke der Entsorgung durch die Tierkörperverwertung.

 

2.1.3 Varroatose bzw. Faulbrut der Bienen

 

Auch im Jahr 2015 mussten die Bienen gegen den stark verbreiteten Erreger der Brutmilbenkrankeit mit zugelassenen Arzneimitteln behandelt werden.

Die Bestellung der durch den Landkreis sowie der EU bezuschussten Arzneimittel wurde vom Veterinäramt koordiniert. Die Ausgabe verlief in Zusammenarbeit mit dem Kreisvorsitzenden und beauftragten Personen der Ortsgruppen problemlos. Es haben 98 Imker die Arzneimittel vom Veterinäramt erhalten.

Im Jahr 2014 wurde im südwestlichen Teil und im nördlichen Teil unseres Landkreises der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut der Bienen festgestellt. Bei den im Frühsommer 2015 begonnenen Aufhebungsuntersuchungen der von der amerikanischen Faulbrut betroffenen Bienenstände in den ausgewiesenen 2 Sperrgebieten konnte das letzte verbliebene Sperrgebiet im Mai 2015 aufgehoben werden.

 

2.1.4 Klassische Schweinepest (KSP)/ Aujeszkysche Krankheit bei Wildschweinen

 

Die letzten Wildschweinepestfälle Deutschlands an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfahlen traten im Juli 2009 auf. Im Rahmen des Wildschweinepest-Monitorings 2015 wurden in unserem Landkreis 101 Blutproben von erlegten Wildschweinen mit negativem Ergebnis untersucht.

 

Da in Deutschland bei einigen Wildschweinen bei serologischen Untersuchungen Antikörper der Aujeszkyschen Krankheit (AK, auch Pseudowut genannt) diagnostiziert wurden, sind alle Blutproben auch auf das Vorkommen dieses Erregers untersucht worden. Als Ergebnis wurden 17 serologisch positive (entspricht ca. 17 % der untersuchten Blutproben) Ergebnisse festgestellt. Die Jägerschaft wurde jeweils entsprechend informiert.

Die Monitoringuntersuchungen werden aktuell weitergeführt, um Neuausbrüche frühzeitig zu erkennen.

 

2.1.5 Geflügelpest (Aviäre Influenza, AI)

 

Geflügelpest wurde 2015 (4x hoch pathogene Form des Subtyps H5 N8, 3x niederpathogene Form) in 7 größeren Geflügelbeständen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bayern diagnostiziert. Die Bestände wurden entsprechend den Vorgaben der Geflügelpest-VO gesperrt und die betroffenen Tiere getötet.

Beim Plan zur Beprobung wildlebender Enten und Gänse war unser Landkreis analog zum vergangenen Jahr ausgenommen, da er außerhalb eines Radius von 25 km der 16 wichtigsten Vogelrast- und Überwinterungsgebiete in Bayern liegt.

Bei einer Monitoringuntersuchung in einem Putenmastbestand (mit Auslauf) wurden insgesamt 10 Blutproben mit negativem Ergebnis untersucht.

Wie im letzten Jahr sind in unserem Landkreis Ausnahmen von der Aufstallungsverpflichtung der Geflügelpestverordnung genehmigt, da wir, wie ca. 80 % weiterer Gebiete Bayerns, als sog. „Nicht-Risiko-Gebiet“ eingestuft sind.

8 lokale Geflügelausstellungen wurden angezeigt.

Auf klinische Untersuchungen vor Beginn der Veranstaltungen konnte verzichtet werden, da die Aussteller aus dem eigenen Landkreis bzw. direkt benachbarten Landkreisen stammen und keine Sperrgebiete aufgrund des Geflügelpestgeschehens in Norddeutschland ausgewiesen wurden. Eine Geflügelbörse mit Untersuchungspflicht fand 2015 nicht statt.

 

2.1.6 Meldepflichtige Tierkrankheiten:

 

2.1.6.1 Q-Fieber

 

2014 ist bei mehreren Personen einer Ortschaft im Landkreis eine Q-Fiebererkrankung diagnostiziert worden. Diese Krankheit wird ausgelöst durch ein Bakterium (Coxiella burnetti). Es kann von infizierten Tieren, insbesondere von Paarhufern, auf den Menschen übertragen werden (Zoonose). Auch das Einatmen von bakterienhaltigem Staub kann bei Menschen zu Erkrankungen führen.

Bei Umgebungsuntersuchungen konnte in einem Bestand mit kleinen Wiederkäuern ebenfalls eine Infektion mit dem Erreger festgestellt werden. Die Tiere wurden isoliert und in Absprache mit den vorgesetzten Dienststellen gegen Q-Fieber geimpft.

2015 erfolgte eine Wiederholung der Impfung im Tierbestand.

 

2.1.6.2 Tularämie (Hasenpest)

 

Die Hasenpest wird von einem Bakterium (Francisella tularensis) verursacht und tritt sporadisch in Deutschland auf. Die Infektionskrankheit verläuft für Hasen, Kaninchen und andere Nagetiere meist tödlich. Auch Menschen können nach Aufnahme des Erregers an Entzündungen an der Eintrittsstelle des Erregers mit regionalen Lymphknotenschwellungen, oder an grippeähnlichen Symptomen, teilweise einhergehend mit einer Lungenentzündung, erkranken. Die Bevölkerung wurde durch eine Presseveröffentlichung informiert.

2015 wurden in Bayern 12 Fälle gemeldet, davon 5 in Unterfranken. Im Landkreis wurde ebenfalls bei 2 tot aufgefundenen Feldhasen der Erreger diagnostiziert.

 

 

2.1.7 Fischseuchenbekämpfung

 

Nach der 2008 in Kraft getretenen Fischseuchen-VO gilt die grundsätzliche Genehmigungspflicht bzw. die Registrierungspflicht von Fischhaltungen. Auch die privaten Fischhalter sind davon betroffen, sofern ein Anschluss zu öffentlichen Gewässern besteht.

Ausgenommen von der Verordnung sind lediglich Zierfische, die in nichtgewerblichen Aquarien gehalten werden sowie Standorte mit wild lebenden Fischen, die zur unmittelbaren Verwendung als Lebensmittel gefangen oder geerntet werden.

2011 erhielten 2 Betriebe, die Satzfische abgeben, eine Genehmigung. Diese Betreibe wurden routinemäßig überprüft. Darüber hinaus sind 75 Fisch haltende Betriebe registriert.

 

2.1.8. Bovine Virus Diarrhoe (BVD/ MD) [Infektiöser Virusdurchfall der Rinder]

 

Die anzeigenpflichtige Tierseuche Bovine Virus Diarrhoe / Mucosal Disease (BVD/MD) ist eine weit verbreitete, verlustreiche Infektionskrankheit des Rindes.

Hauptsächlich entstehen Schäden durch Fruchtbarkeitsstörungen, Verwerfen, Missbildungen und Geburt lebensschwacher Kälber. Die Infektion eines trächtigen Rindes kann zur Geburt eines Dauerausscheiders (Persistent infiziertes Rind = PI-Tier, Virämiker) führen.

Seit 01.01.2011 ist bundesweit die BVDV-Verordnung in Kraft. Damit werden die Tierhalter verpflichtet, jedes ab diesem Zeitpunkt geborene Kalb bis spätestens zum 6. Lebensmonat und jedes zur Abgabe in einen anderen Bestand vorgesehene Rind, sofern es nicht schon den Status „BVDV-unverdächtig“ besitzt, vor dem Verbringen aus dem Bestand auf das BVD-Virus untersuchen zu lassen. Eingestallt werden dürfen nur Rinder, die „BVDV-unverdächtig“ sind.

PI-Tiere sind unverzüglich schlachten oder töten zu lassen.

Im Jahr 2015 wurden durch die vorgeschriebenen Untersuchungen im 2. Jahr hintereinander keine virologisch positiven Rinder ermittelt.

 

2.1.9 Tierische Nebenprodukte-Verordnung

 

9 bestehende Biogasanlagen setzen neben pflanzlichen Gärsubstraten auch „Gülle“ bzw. Hühnerfestmist anderer Betriebe ein. Des Weiteren sind ein Zwischenbehandlungsbetrieb für Tierhäute für „nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte“ und ein Betrieb zur Bebrütung von Hühnereiern zu labordiagnostischen Zwecken zugelassen.

 

2.2. Tierschutz

 

2.2.1 Routinekontrollen sowie Beschwerden über „nicht artgerechte" Tierhaltungen

 

Bei Routinekontrollen wurden landwirtschaftliche Betriebe, andere gewerbliche Tierhaltungen, Tierausstellungen sowie gastierende Wanderzirkus-Unternehmen auf die Einhaltung tierschutzrechtlicher Vorschriften kontrolliert.

Wie jedes Jahr kam es zu Beschwerden im Bereich Tierschutz. Durch besorgte Bürger, Nachbarn, Ausflügler, die sich direkt oder über die Polizei an uns wandten, wurden uns Tierschutzverstöße angezeigt. In mehreren Fällen waren die Besorgnisse der Anrufer unbegründet (z.B. Lärmbelästigung bzw. Geruchsbelästigung durch Tiere).

Folgende Tierarten waren v.a. betroffen: Hunde, Katzen, Pferde, Schafe und Rinder.

Teilweise erfolgten die Kontrollen auch in Zusammenarbeit mit einem Beamten der Polizeiinspektion Bad Neustadt.

Oft konnten die Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen in einem beratenden Gespräch vor Ort mit mündlichen Anordnungen abgestellt werden.

Bei mehreren Tierhaltern wurden schriftliche Bescheide zur Durchsetzung tierschutz-rechtlicher Anforderungen erstellt. Bei einer privaten Tierhaltung wurde die Reduzierung der gehaltenen Haustiere angeordnet. Eine Anzeige erfolgte wegen Tierquälerei. Bei einer weiteren privaten Tierhaltung wurden, ebenfalls nach erstatteter Anzeige, Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wegen plötzlichen gleichzeitigen Verendens mehrerer Haustiere durchgeführt.

 

2.2.2 Tierschutzrechtliche Genehmigungen und Vollzug des LStVG - Beurteilung von „Kampfhunden“ bzw. gefährlichen Hunden

 

Ab dem 01.08.2014 gilt eine neu eingeführte tierschutzrechtliche Erlaubnispflicht für jeden, der gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will.

Von der Erlaubnispflicht sind neben Hundeschulen auch andere Tätigkeiten betroffen, wie z. B. Anbieten von Verhaltenstherapie von Hunden oder Ausbildung von Jagd-, Blinden- oder Wachhunden für andere. Entsprechende Angebote von Vereinen sind ebenfalls erlaubnispflichtig, sofern ein Entgelt erhoben wird. 6 Hundeausbilder haben die mündliche und praktische Prüfung bestanden und erhielten die Genehmigung.

Bei geplanten Tätigkeiten zum gewerbsmäßigen Halten von Tieren (Einrichtung von Tierpensionen, Zucht von Tieren) wurden Tierhalter fachlich beraten. Bei 2 Neuanträgen zum gewerbsmäßigen Halten von Tieren wurden fachliche Stellungnahmen abgebeben. 3 neue Sachverständigengutachten zum Ausschluss einer „gesteigerten Aggressivität“ gelisteter Hunderassen wurden dem Veterinäramt 2015 von den Gemeinden zur Stellungnahme vorgelegt.

 

2.3 Export von Tieren

 

Untersuchungen sowie Zeugniserstellung für das Verbringen bzw. den Export von Zucht- und Schlachttieren

 

Im Jahr 2015 wurden 17 Nutztiertransporte sowie 122 Transporte von Labortieren nach tierseuchen– sowie tierschutzrechtlichen Kriterien überprüft, sowie 540 Bescheinigungen für das Verbringen von Labortieren und 2 Zeugnisse für je einen Drittlandexport für Katzen und Frettchen ausgestellt.

Bezüglich der Zertifizierung von 40 Vorzeugnissen zum Verbringen landwirtschaftlicher Nutztiere wurden ebenfalls entsprechende Überprüfungen vor Ort durchgeführt.

 

2.4 Arzneimittelrecht [16. Novelle AMG]

 

Im Jahr 2015 wurden (auch im Rahmen von CC-Kontrollen) die Arzneimittelaufzeichnungen von 10 Landwirten und 4 tierärztlichen Kleintier- und Gemischtpraxen hinsichtlich der Einhaltung arzneimittelrechtlicher Vorschriften überprüft. Dabei wurde besonderer Wert auf die Abgabepraxis von Tierarzneimitteln an landwirtschaftliche Nutztiere gelegt.
Nach Umsetzung der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes sind Halter von Masttieren der Tierarten Schwein, Rind, Huhn und Pute, die im Durchschnitt des Kalenderjahres eine festgelegte Haltungsuntergrenze überschreiten ab 01.07.2014 verpflichtet, Antibiotika-Anwendungen an die amtliche Antibiotikadatenbank zu melden.

2015 wurden betroffene Landwirte über die Meldeverpflichtungen informiert. Die Zielstellung ist den Antibiotikaeinsatz zu optimieren (minimieren), um der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

 

2.5 Lebensmittelhygiene - Lebensmittelüberwachung

 

2.5.1 BSE–Bekämpfung

 

Im Rahmen der über die Hi-Tier Datenbank routinemäßig gemeldeten fehlerhaften Vorgänge im Schlacht- und Monitoringbereich wurden 6 als verbraucherrelevant gemeldete Vorgänge überprüft und richtig gestellt. In allen Fällen konnten die Vorgänge geklärt werden.

Bei fraglichen Ohrmarkennachbestellungen sowie fehlerhaften Tierendemeldungen wurden 63 Vorgänge überprüft und zusammen mit den betroffenen Landwirten richtig gestellt. In etlichen Fällen mussten schriftliche Anordnungen erlassen werden.

 

2.5.2 Lebensmittelüberwachung

 

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 688 Betriebskontrollen in Lebensmittelbetrieben, Gaststätten und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung durchgeführt. Eingeleitete Verwarnungen, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten werden im Sachgebiet 3.1 aufgeführt.

Die entsprechenden Daten der Betriebe, die im Bereich der Produktion, Verarbeitung und des Vertriebs für Lebensmittel tätig sind, sowie die Daten der angeforderten Proben sind im Datenbankprogramm Tizian erfasst. Damit der Zeitaufwand für diese detaillierte Datenerfassung nach QM-Vorgaben effektiver genutzt werden kann, werden derzeit vor Ort 2 mobile Eingabegeräte (Tizianmobil-Tablets) bei Probennahmen und Kontrollen eingesetzt. Als Zielsetzung sollen damit zeitintensive ergänzende Verwaltungs- und Schreibtätigkeiten optimiert werden.

Insgesamt wurden 204 Proben verschiedener Lebensmittel und Bedarfsgegenstände beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Untersuchung eingeschickt.

Bisher liegen 189 Gutachten vor. Es wurden 15 Proben beanstandet.

Im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans wurden bis Ende des 4. Quartals von den amtlichen Tierärzten und dem Veterinäramt/ Lebensmittelüberwachung weitere 204 Proben entnommen und auf Hemmstoffe bzw. pharmakologische Rückstände untersucht. Alle bisher untersuchten Proben waren negativ.

 

2.5.3 EU-Zulassung von Lebensmittelbetrieben

 

Gespräche zu den rechtlichen Vorgaben einer EU-Zulassung wurden mit Verantwortlichen von Metzgereien und sonstigen zulassungspflichtigen Betrieben ( insb. Eierpackstellen, Farmwildhalter, Geflügelhalter), die eine entsprechende Anfrage ans Veterinäramt gestellt haben, geführt.

Zuständige Behörde für die Zulassung ist die Regierung von Unterfranken. Seit Jahreswechsel 2009/2010 – nach Beendigung einer 4 jährigen Übergangsfrist - muss vor Aufnahme einer zulassungspflichtigen Tätigkeit zumindest eine befristete EU-Zulassung erteilt sein. Mit dieser bedingten Zulassung, bei der i.d.R. schon die endgültige Nummer zugeteilt wird, kann der Betrieb dann seine Produktion beginnen, die endgültige Abnahme erfolgt dann im laufenden Betrieb.

Aktuell besitzen 7 Schlachtbetriebe (incl. Schlachthof), sowie 8 Zerlegungs- bzw. Verarbeitungsbetriebe und 4 weitere Lebensmittelbetriebe (Käserei, Eierpackstelle, Eiaufschlagbetrieb, Großmarkt mit Kühllager und Fischverkauf) die erforderliche EU-Zulassung.

 

2.6 Futtermittelrecht und -überwachung

 

Die rechtliche Vorgabe der aktuellen Futtermittelhygiene-VO fordert von allen Betrieben, die Futtermittel herstellen, verarbeiten, lagern, transportieren, oder vertreiben eine Registrierung bei der zuständigen Futtermittelüberwachungsbehörde (Regierung von Oberbayern). Die Registrierung ist auch dann erforderlich, wenn eigen erzeugte Futtermittel im eigenen Betrieb verfüttert werden. Dies betrifft die meisten landwirtschaftlichen Betriebe. Diesbezüglich wurden Anfragen beantwortet und Beratungsgespräche geführt.

Weiterhin wurden bei Vor-Ort-Kontrollen Betriebe bezüglich einer erforderlichen Zulassung für die Herstellung von hofeigenen Futtermischungen unter Verwendung von Fischmehl oder Blutprodukten informiert. Entsprechende Anträge müssen ebenfalls bei der Regierung von Oberbayern gestellt werden.

Im Rahmen der vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen wurden insgesamt 16 Futtermittelproben bei Herstellern, Händlern und Landwirten entnommen und auf Zusammensetzung bzw. unzulässige Rückstände untersucht. 14 Proben waren ohne Beanstandung, keine Probe wurde beanstandet und 2 Ergebnisse stehen noch aus.

 

2.7 Prämienrechtskontrollen Landwirtschaftlicher Betriebe (cross compliance)

 

Seit dem Jahr 2005 ist die Gewährung von Direktzahlungen an die Einhaltung von Vorschriften in den Bereichen Umwelt, Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit sowie Tiergesundheit und Tierschutz geknüpft. Landwirte sind somit zum Erhalt von Prämienzahlungen an die Erfüllung bestimmter rechtlicher Vorgaben, die systematisch zu kontrollieren sind, gebunden. Werden diese Verpflichtungen nicht erfüllt, kommt es je nach Schwere, Ausmaß, Dauer oder Häufigkeit des Verstoßes zur Kürzung von bis zu 100 Prozent der Beihilfezahlungen für ein oder mehrere Kalenderjahre. Regelverstöße, bei denen kein Vorsatz unterstellt wird, werden mit einem, drei oder fünf Prozent Kürzung sanktioniert. Im Veterinärbereich gliedert sich die Kontrolltätigkeit in die Aufgabengebiete „Tierkennzeichnung“, „Lebensmittelsicherheit“ sowie „Tierschutz“.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 19 systematische und 2 anlassbezogene Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt.

In 11 Betrieben kam es zu Beanstandungen.

Im Bereich Lebensmittelsicherheit werden Milcherzeuger nach dreimaliger Überschreitung festgelegter Grenzwerte von Zell- bzw. Keimzahlen ihrer gelieferten Rohmilch von der Milchablieferung gesperrt. 2015 war kein Betrieb betroffen. 1 Milcherzeuger mit Nachweis von Hemmstoffen in der Ablieferungsmilch wurde zusätzlich im Rahmen eines „cross checks“ überprüft.

 

3. Abschließende Bemerkungen und Ausblick

 

Neben der Routinearbeit lagen die Schwerpunkte der Aufgaben des Veterinäramtes im Tierschutz- und Tierseuchenbereich (BHV1-; BVD-; Varroa- Q-Fieber, Faulbrut- Bekämpfung).

Im Tierschutzbereich wird die weitere Umsetzung der aktuellen Regelungen zum Halten landwirtschaftlicher Nutztiere, insbesondere von Schweinen und im Geflügelbereich, auch im Rahmen von CC-Kontrollen, sowie aktualisierte Rechtsvorgaben bei genehmigungspflichtigen Tätigkeiten und bei der Betäubung von Tieren einen Schwerpunkt der Arbeit bilden.

Im Bereich Lebensmittelhygiene wird die weitere Umsetzung der Vorgaben des EU-Hygienepaketes und eine ggf. damit verbundene EU-Zulassung handwerklicher Betriebe weiterhin die Arbeit bestimmen.

Im Bereich Tierseuchenbekämpfung wird die Aufrechterhaltung der Anerkennung als BHV1 freie Region, die Vorgaben der aktuellen Fischseuchen- und BVDV (Rinder-Virus-Durchfall)- Verordnung, sowie geplante Rechtsänderungen im neu konzipierten Tiergesundheitsgesetz (Nachfolgegesetz des bisherigen Tierseuchengesetzes), einen Schwerpunkt bilden.

Neu eingeführte Meldeverpflichtungen der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in spezialisierten Mastbetrieben sind zu überprüfen.

Um die Einschleppung bzw. den Ausbruch hochkontagiöser Tierseuchen (z.B. Schweinepest oder Geflügelpest) zu verhindern, müssen je nach Seuchenlage bestimmte Präventionsmaßnahmen von den Tierhaltern eingehalten werden, die es zu überwachen gilt. Falls diese Tierseuchen in unserer Region auftreten, ist eine effektive Bekämpfung nur durch eine ressort- bzw. landkreisübergreifende Zusammenarbeit geschulter Fachleute bzw. verschiedener Behörden/ Organisationen zu meistern.



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