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Gesundheitsamt

 


 

Zum 01.01.1996 wurde das vormalige Staatl. Gesundheitsamt Bad Neustadt a.d.Saale im Zuge der Verwaltungsreform der öffentlichen Verwaltung in Bayern in das Landratsamt Rhön-Grabfeld eingegliedert. Dort erfüllt es seine Aufgaben nunmehr als Sachgebiet 3.4 - Gesundheitsamt.

Im Gesundheitsamt sind folgende Tätigkeitsbereiche angesiedelt:

  • Schwangerenberatungsstelle, Gesundheitsförderung, sozialer Beratungsdienst
  • Schul- und Jugendgesundheitsdienst
  • Infektionsschutz und Umwelthygiene, umweltmedizinische Beratungsstelle
  • Medizinisches Gutachtenwesen, Gesundheitsberichterstattung, Berufe des Gesundheitswesens
  • Tuberkulosefürsorge – Betriebsärztliche Dienststelle

Fachübergreifend werden seit März 2002 Aufgaben der Fachlichen Heimaufsicht, seit August 2009 seitens des zuständigen Arbeits- und Sozialministeriums in Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht – (FQA) umbenannt, in Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet 2.2 wahrgenommen. Beteiligt sind hierbei jeweils nach Erfordernis ein Arzt, die hiesige Pflegefachkraft, eine Dipl. Sozialpädagogin sowie in Fragen des Infektionsschutzgesetzes ein Hygienekontrolleur. Zur Weiterqualifikation hat sich das genannte FQA-Team 2010 erfolgreich einer 12tägigen Zusatzausbildung zum "Auditor FQA" unterzogen.

 


Schwangerenberatungsstelle/Sozialdienst/Gesundheitsförderung


Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen

Allgemeine Schwangerenberatung

Schwangerschaft und Geburt eines Kindes können das Leben von Frauen bzw. Paaren erheblich verändern und in diesem Zusammenhang viele Fragen aufwerfen. In der allgemeinen Schwangerenberatung bieten die Sozialpädagoginnen der staatlich anerkannten Schwangerenberatungsstelle im Landratsamt Rhön-Grabfeld werdenden Müttern und Vätern eine Gesprächsmöglichkeit über ihre persönliche Lebenssituation an. Auf Wunsch erhalten sie Informationen über gesetzliche, psychosoziale und finanzielle Hilfen. Medizinische und juristische Beratung kann bei Bedarf vermittelt werden.

Im Jahr 2015 kamen 164 Frauen in die Schwangerenberatungsstelle, um sich über allgemeine Fragen rund um die Schwangerschaft beraten zu lassen. Nach der Geburt nahmen 53 Frauen eine Beratung in Anspruch. In 71 Fällen kamen die Frauen gemeinsam mit ihrem Partner zur Beratung.

Hierbei standen Informationen über psychosoziale und finanzielle Hilfen im Vordergrund. Beratungsinhalte waren darüber hinaus die Themen Familienplanung, Partnerschaft, Verhütung und Sexualität.

Für schwangere Frauen in einer finanziellen bzw. sozialen Notlage besteht die Möglichkeit, eine Schenkung bei der  "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“ (Sitz in Bayreuth) für die Babyerstausstattung zu beantragen. In 95 Fällen wurde ein Antrag auf Leistungen der "Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“ in der Beratungsstelle gestellt. 11 Frauen wurden für eine Antragstellung nach der Geburt bei der Landesstiftung vorgemerkt.

 

 

Schwangerschaftskonfliktberatung

Gerät eine Frau durch die Schwangerschaft in eine Konfliktsituation und erwägt einen Schwangerschaftsabbruch, ist eine verpflichtende fachkundige Beratung vom Gesetzgeber vorgeschrieben, um die Gesichtspunkte für eine verantwortungsvolle Entscheidung überdenken zu können.

Grundlage der Beratung für die Sozialpädagoginnen in der Schwangerenberatungsstelle sind der § 219 StGB in Verbindung mit §§ 5 und 6 Schwangerschaftskonfliktgesetz sowie das Bayerische Schwangerenberatungsgesetz und das Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz.

Im Berichtszeitraum wurden 58 Konfliktberatungen durchgeführt. Unter den beratenen Frauen befanden sich 6 minderjährige Schwangere. 15 mal fand die Beratung in Form einer Paarberatung statt. Eine Beratung wurde im Bereich der Pränataldiagnostik bei zu erwartender Behinderung des Kindes durchgeführt.

 


Sexualpädagogik und HIV/Aids-Prävention

Die sexualpädagogische Tätigkeit dient der Aufklärung und Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften sowie der Prävention von HIV/Aids und sexuell übertragbaren Krankheiten. Sexualpädagogische Erziehung beinhaltet Informations- und Kompetenzvermittlung bezogen auf den physiologischen, psychischen, sozialen und kommunikativen Bereich. Sie soll dazu beitragen, dass die Heranwachsenden eine selbstbestimmte und selbstverantwortete Werteposition gewinnen und die Fähigkeit erlangen, sie in Auseinandersetzungen mit anderen zu behaupten oder auch zu verändern.

Ziel ist es, die Jugendlichen dazu zu ermutigen, ihre eigene Sexualität zu erkennen, um das Verantwortungsbewusstsein für sich und den Partner zu stärken.

Die hierzu bestehende Konzeption, welche sich in den vergangenen Jahren sehr gut bewährt hat, wurde weiterhin umgesetzt. Sie wurde durch neue Aspekte und methodische Variationen ergänzt.

Das Projekt wurde an einer Förderschule, zwei Mittelschulen, einer Realschule, einer Wirtschaftsschule, einem Gymnasium und einer Förder-Berufsschule des Landkreises durchgeführt. Zielgruppen der Veranstaltungen waren mit jeweils unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten die 7. und 8. Jahrgangsstufen und junge Erwachsene.

Insgesamt wurden durch unsere sexualpädagogischen und HIV/Aids-präventiven Schulveranstaltungen 19 Schulklassen mit insgesamt 376 Jugendlichen erreicht.

 

 

Für die jungen erwachsenen Bewohner einer sich im Landkreis befindlichen Außenwohngruppe des Dominikus Ringeisen Werkes wurde ein Nachmittag gestaltet zu den Themen Beziehung, Sexualität, Verhütung und durch Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheiten. An dieser Veranstaltung haben 12 junge Erwachsene teilgenommen.

An einer Mittelschule des Landkreises wurde für die Mädchen der 6. Jahrgangsstufe zu den Themen Vorgänge in der Pubertät (körperliche, psychische Veränderungen), Körperhygiene, Aufbau und Funktion der eigenen Geschlechtsorgane und der des anderen Geschlechts ein Nachmittag angeboten, an dem 8 Mädchen teilnahmen.

 

Weltaidstag

Zeitnah zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember) fand am 25. November 2015 in der Adolph-Kolping-Berufsschule für die Berufsschüler und Gastschüler der 9. Jahrgangsstufe der Mittelschule eine Aktion mit Ausstellung statt. Durch Fragekärtchen und Mitmachaktionen kamen drei Sozialpädagoginnen des Gesundheitsamtes mit den SchülerInnen ins Gespräch und konnten diese zu einer Auseinandersetzung mit der Krankheit, den Ansteckungswegen und Schutzmöglichkeiten motivieren. Schautafeln informierten über die aktuelle Situation. Zur Einstimmung auf das Thema wurde den Schülern zuvor der Film "Was ich will" (BZgA) gezeigt. Für die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema erhielten die SchülerInnen "give aways". Durch dieses Projekt wurden insgesamt ca. 100 SchülerInnen der Kolping-Berufsschule und Gastschüler der Mittelschule angesprochen.

Während des gesamten Jahres wurden mehrere SchülerInnen bei der Erstellung von Referaten bzw. Facharbeiten durch informelle Gespräche sowie der Zusammenstellung von Arbeitsmaterialien unterstützt.

Weiterhin bestand der Kontakt zur Aidsberatungsstelle in Würzburg mit Informationsaustausch.
 

Öffentlichkeitsarbeit

In den örtlichen Tageszeitungen wird regelmäßig das Beratungsangebot der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen veröffentlicht. Neben der Angabe der üblichen Öffnungszeiten wird hierbei auch auf die Möglichkeit von Abendterminen hingewiesen.

Das Faltblatt über die Tätigkeit der Beratungsstelle ist im Landkreis an geeigneten Stellen ausgelegt.

Für Interessierte am Thema Schwangerschaft im Landkreis Rhön-Grabfeld besteht die Möglichkeit, das von der Schwangerenberatungsstelle eingerichtete Portal  www.schwanger-in-rhoen-grabfeld.de im Internet zu nutzen.

Die Kontakte zu den Gynäkologen im Landkreis wurden weiterhin gepflegt.


 

 

 

 

 

 


Gesundheitsförderung / Prävention

 

Arbeitskreis Suchtprävention und Gesundheitsförderung

Im Jahr 2015 fanden vier offizielle Arbeitstreffen statt. Schwerpunktmäßig wurden Entwicklungen in der Präventionsarbeit diskutiert und verschiedene Projekte initiiert, organisiert und begleitet.

Ziele des Arbeitskreises sind die Koordination suchtpräventiver Angebote im Landkreis, die Qualifikation von Multiplikatoren und Personen, die in der Jugendarbeit oder Betreuung von Kindern tätig sind.

Die Geschäftsordnung, Organisation und Koordination sowie die finanzielle Planung des Arbeitskreises Suchtprävention und Gesundheitsförderung obliegen dem Gesundheitsamt.

 

Arbeitskreis und Öffentlichkeitsarbeit

Um den Arbeitskreis Suchtprävention und Gesundheitsförderung  auf Landkreisebene öffentlich wirksam darzustellen, wurde den Inhalten entsprechend Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Zudem wird auf der Homepage unter dem Stichwort "Suchtprävention Rhön-Grabfeld“ auf suchtpräventive Aktivitäten, Informationen und entsprechende Links zum Thema Suchtprävention hingewiesen.

 

Schulinterne Präventionsprojekte

In verschiedenen Schulen des Landkreises wurden schulinterne Präventionsprojekte von Arbeitskreismitgliedern durchgeführt bzw. durch Fachreferate und weitere Materialien unterstützt.

 

Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum

In Absprache und ständigem Kontakt mit der Kreisklinik Bad Neustadt erhalten jugendliche Alkoholkonsumenten, die in der Klinik behandelt werden, einen Flyer, der auf die Folgen von riskantem Konsumverhalten hinweist. Den Eltern dieser betroffenen Jugendlichen wird ein Elternbrief mit Informationen über jugendliches Trinkverhalten sowie eine Übersicht zu den Beratungsstellen im Landkreis, an die sich Jugendliche und Eltern wenden können, übergeben.

 

"KlarSicht - MitmachParcours" - Suchtpräventionsangebot für Schulen, Vereine und Unternehmen

Im Parcours werden interaktiv Informationen zu den Suchtmitteln Tabak und Alkohol vermittelt, damit Jugendliche und junge Erwachsene Entscheidungsgrundlagen und -hilfen erhalten, um ihr Genuss- und Konsumverhalten gesundheitsförderlich zu gestalten. Die von der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) entwickelte "KlarSicht" - Kofferversion unterstützt Suchtpräventionsfachkräfte, LehrerInnen und weitere NutzerInnen dahingehend, eigenständig, kontinuierlich und nachhaltig Veranstaltungen in Schulen und in der Jugendarbeit durchzuführen. Die "KlarSicht" - Kofferversion wurde für insgesamt 200 SchülerInnen an den Mittelschulen in Bad Königshofen und Bad Neustadt sowie der Realschule in Bad Königshofen angeboten.

 

Einführungsveranstaltungen zur "KlarSicht" - Kofferversion für Multiplikatoren

Einen Arbeitsschwerpunkt stellt die Implementierung der "KlarSicht" - Kofferversion im Landkreis dar. Hierzu fanden zur Schulung von ModeratorInnen Einführungsveranstaltungen für interessierte Fachkräfte aus Schulsozialarbeit, Suchtberatung, Suchttherapie sowie für LehrerInnen und weitere Multiplikatoren statt.

 

Fortbildung für ErzieherInnen – Multiplikatorenschulung zum Thema Suchtprävention und Gesundheitsförderung

In Zusammenarbeit der Landratsämter - Gesundheitsämter - Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wurde bereits die 13. ErzieherInnenfortbildung zur "Gesundheitsförderung im Kindergarten“ durchgeführt. Unter dem Jahresschwerpunktmotto "Kindergesundheit" des Bayerischen Staatsministeriums befasste sich die Fortbildung mit der Fragestellung "Wie viel Gesundheit braucht ein Kind?".

Die Fortbildung wurde am 24. November 2015 an  der Fachakademie für Sozialpädagogik im BBZ Münnerstadt  angeboten. Im Anschluss an das Impulsreferat "Wie viel Gesundheit braucht ein Kind?" wurde die Thematik in verschiedenen Workshops bearbeitet. Den insgesamt 183 teilnehmenden ErzieherInnen, KinderpflegerInnen und Studierenden der Fachakademie standen hierzu folgende Themen zur Auswahl:

  • "Tom - Theory of Mind - Ich weiß, was du nicht wissen kannst"
  • "Ein starkes Ich - Soziale Kompetenz - Integration und Inklusion"
  • "Auf die Sinne - fertig los! Bedeutung der Geschmacksbildung für die Ernährungsberatung"
  • "Neue Wege der Elternarbeit"
  • "Hundert Sprachen hat das Kind"
  • "Grundlagen der Traumapädagogik im Kindes- und Jugendalter"
  • "Kollegiale Beratung und Fallbesprechungen im Team"
  • "Zeit für Stillsein - Stille als Quelle für Gesundheit"
  • "Sexuelle Entwicklung von Kindern - zwischen Selbstbestimmung und Schutz"

 

Gesundheitstag zum Jahresmotto Kindergesundheit "Ernährung und Bewegung"

Am 14. Oktober 2015 wurde für die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Ganztagsklassen der Mittelschule Bad Neustadt/Saale ein Nachmittag unter dem Motto "Ich mach mit - Alles was gesund ist" angeboten. Die SchülerInnen konnten in Kleingruppen drei Stationen mit verschiedenen Themen durchlaufen, Bewegungsspiele mitmachen und ein Quiz beantworten. Zum Abschluss durften die SchülerInnen sich selbst Obstsalat zubereiten. Ca. 40 Schülerinnen und Schüler haben an der Aktion teilgenommen.

 

Gesundheitstag

Am 1. Juli 2015 wurde an der Wirtschaftsschule in Bad Neustadt/Saale ein Gesundheitstag für die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufen zum Thema Medienkompetenz, Computerspielsucht und Cybermobbing durchgeführt.

Mit dem Theaterstück "Philotes - Spiel um Freundschaft" konnten die 120 Mädchen und Jungs einen Einstieg in das wichtige Thema finden.

Im Anschluss an das Theaterstück standen folgende Workshops für die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe zur Auswahl:

  • "Erst denken, dann klicken - Cybermobbing unter Jugendlichen"
  • "Freundschafts-Netz"
  • "Körper-Gegenwart: Bodypercussion und Gebärdensprache"
  • "Macht euren eigenen ErklärFilm aus dem Inhalt des Theaterstücks"

Zeitgleich fand für die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe eine einstündige Diskussionsrunde mit den Schauspielern und Verantwortlichen der Organisation statt.

 

Aktion "Sonnen mit Verstand"

In den Sommermonaten wurde mehrere Wochen lang im Foyer des Landratsamtes durch einen Infostand mit den Thema "Sonnen mit Verstand" auf die Gefahren einer übermäßigen und ungeschützten Sonneneinstrahlung aufmerksam gemacht.


Kontaktpflege zu Selbsthilfegruppen

Der im Jahr 2006 durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Kooperation mit dem Gesundheitsamt und anderen Selbsthilfeunterstützern erstellte Selbsthilfewegweiser wurde von Betroffenen, deren Angehörigen und im medizinischen Bereich tätigen Personen genutzt und durch das Gesundheitsamt weitergegeben. Zwei Sozialpädagoginnen des Gesundheitsamtes sind darin als Ansprechpartnerinnen genannt und stehen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband in Kontakt.


Psychosoziale Beratungen und Krisenintervention

Die Sozialpädagoginnen sind im Landkreis Ansprechpartnerinnen für psychosoziale Probleme verschiedenster Art und versuchen, nach Analyse der jeweiligen Situation angemessene Hilfen zu vermitteln.


Anzahl der Beratungen und Einleitung weiterer Maßnahmen:

  • für psychisch kranke und psychisch behinderte Menschen und deren  Angehörige:     11
  • für suchtgefährdete und suchtmittelabhängige Personen und deren  Angehörige:         9
  • für körperlich und/oder geistig behinderte Menschen und deren Angehörige:                9
  • sonstige soziale Problemlagen:                                                                                      51

Oftmals sind nach der ersten Kontaktaufnahme mit Familienangehörigen Hausbesuche erforderlich, da der/die Betroffene selbst zu einem Beratungsgespräch im Gesundheitsamt nicht in der Lage oder nicht motiviert ist. Auch aufgrund von Meldungen anderer Stellen wie z.B. Gemeindeverwaltungen, BürgermeisterInnen oder Nachbarn finden Kontaktaufnahmen statt.


Mitwirkung im Betreuungs- und Unterbringungsrecht

Das Betreuungsrecht gibt privaten und öffentlichen Hilfen den Vorrang vor der Errichtung einer Betreuung. In vielen der o. g. Beratungen und bei Hausbesuchen konnten wirksame Hilfen vermittelt oder organisiert werden, wodurch eine Betreuung vermieden werden konnte.
In anderen Fällen wurden Personen, die sich nach Hilfsangeboten erkundigten, die nötigen Informationen gegeben und an die Betreuungsstelle vermittelt.
Die räumliche Nähe zur Betreuungsstelle erwies sich im Sinne einer bürgerfreundlichen  Bearbeitung in vielen Fällen als sehr sinnvoll.


Sonstiges

Mitwirkung in Arbeitskreisen

Teilnahme und Mitarbeit je einer Sozialpädagogin

  • in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) sowie ihren Untergruppen zum Themenbereich Suchtprävention
  • Arbeitskreis "FamilienNETZ“
  • Treffen und Informationsaustausch verschiedener Sozialdienste im Landkreis Rhön-Grabfeld
  • Nordbayerischer Arbeitskreis Suchtprävention in Nürnberg
  • Arbeitskreis "Suchtprävention und Gesundheitsförderung“ des Landkreises Rhön-Grabfeld
  • Arbeitsgemeinschaft Suchtprävention und Gesundheitsförderung an der Regierung von Unterfranken
  • Arbeitskreis "Prävention von Anfang an“ in Bad Neustadt
  • Arbeitskreis "Sexualpädagogik" auf Regierungsbezirksebene
  • Arbeitskreis "Vernetzung Frühe Hilfen"
  • Arbeitsgemeinschaft der QM-Beauftragten der Schwangerenberatungsstellen in Unterfranken in Würzburg
  • Arbeitstreffen der Schwangerenberatungsstellen der Region III in Schweinfurt
  • Netzwerktreffen "Vertrauliche Geburt"
  • Gesundheitsforum "Gesundheitsregionplus"
  • Arbeitskreis "Sozialpsychiatrie"


Vermittlung von Hilfen der Main-Post-Aktion „Patenkind“

Im Jahr 2015 wurden für 7 Personen Hilfen der Aktion Patenkind vermittelt.

 

 

 

 

 

 

 

Schul- und Jugendgesundheitsdienst

Der Schul- und Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes steht unter der fachlichen Leitung von Frau Dr. (IM Temeschburg) H. Moldovan.

Die Aufgaben der Sozialmedizinischen Assistentinnen wurden durch 2 teilzeitbeschäftigte Sozialmedizinische Assistentinnen wahrgenommen.


Einschulungsuntersuchung

Die Kernaufgabe des Schul- und Jugendgesundheitsdienstes besteht in der Durchführung des Schuleingangsscreenings. Jedes Jahr werden beginnend im November die zur Einschulung heranstehenden Kinder in ihren Kindergärten, in der Regel im Beisein eines Erziehungsberechtigten, mittels eines Seh-, Hör- und Sprach- sowie eines Motorikscreenings zur Feststellung der Schulreife getestet. Die hierbei eingesetzten Testverfahren sind bayernweit standardisiert, ermöglichen somit entsprechende Vergleiche mit anderen Landkreisen in Bayern. Die erhobenen Ergebnisse werden für jedes Kind anonymisiert, elektronisch gespeichert und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim übermittelt, dort epidemiologisch ausgewertet.

Für den Fall, dass bei dieser Vortestung für den Schulbesuch bedeutsame krankhafte Befunde erhoben werden, schließt sich der genannten Testung eine  Untersuchung durch die Schulärztin an, und es erfolgt ergänzend eine Beratung der Eltern. Wenn nötig erhält die aufnehmende Schule durch die Schulärztin eine Information über die bei dem/der Betroffenen vorliegenden gesundheitlichen Besonderheiten.

Eine schulärztliche Untersuchung erfolgt auch bei den Kindern, die nicht an der Vorsorgeuntersuchung U 9 teilgenommen haben oder bei denen sich anlässlich dieser Untersuchung besondere Auffälligkeiten ergeben haben.

Zur Information der Eltern wird an diese über die Kindergärten eine Broschüre versandt, in der das Vorgehen beim Eingangsscreening näher erläutert wird. Bei der Testung selbst werden den Eltern Ratgeber ausgehändigt, die neben den aktuellen Impfempfehlungen für Kinder darüber aufklären, welche motorischen und sprachlichen Fähigkeiten zur Einschulung altersgemäß zu erwarten sind. Zugleich sind in dieser Broschüre Übungen für den Alltag zur Stärkung dieser Fähigkeiten in gut verständlicher Form enthalten, auch werden Ernährungsempfehlungen für Einschulungskinder wiedergegeben.

In Zahlen ausgedrückt wurden für das Schuljahr 2015 in 68 Kindergärten und 4 Schulvorbereitenden Einrichtungen 662 Vorschulkinder entsprechend den obigen Ausführungen getestet.

Bei 63 Kindern erfolgte ein Schuleingangsscreening, für 23 dieser Kinder eine ergänzende schulärztliche Untersuchung. Dies geschah insbesondere auf Wunsch der Fördereinrichtung. Diese erwartet von der Schulärztin ergänzende Aussagen zur Schulreife und eine Empfehlung bezüglich des künftigen Förderorts ihrer Schutzbefohlenen.

Gründe zur Durchführung einer erweiterten Einschulungsuntersuchung waren auch:

97 Kinder mit Auffälligkeiten im Screening-Programm
46 Kinder mit fehlender Vorsorgeuntersuchung U 9
22 Kinder mit bedeutsamen Auffälligkeiten bei der U 9 
12 Kinder, deren Eltern eine schulärztliche Untersuchung und Beratung zur Frage der Zurückstellung vom Schulbesuch wünschten
  1 Kind wegen einer gewünschten vorzeitigen Einschulung.

Über das Ergebnis der Untersuchung wird allen Vorschulkindern eine Bescheinigung zur Vorlage bei der Schuleinschreibung ausgestellt. So wird sichergestellt, dass kein Kind ohne Untersuchung eingeschult wird.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Einschulungsscreenings ist die Erhebung des Impfstatus der Kinder. Auch dieser wird anonymisiert elektronisch an das schon genannte LGL übermittelt, von dort entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes auch an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin weitergeleitet.


Umsetzung des Bayer. Impfkonzeptes

Ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit der Kinder ist die Erlangung und Beibehaltung eines ausreichenden Impfschutzes. In der Umsetzung des Bayerischen Impfkonzeptes werden daher bayernweit die Impfausweise der Schüler der 6. Klassen kontrolliert und es wird jedem Kind eine individuelle Impfempfehlung mit nach Hause gegeben. Aufgerufen waren 843 Kinder, 773 Impfbücher wurden vorgelegt. Aufgrund einer ausführlichen Elterninformation gelang es 2015 bei 91,70 % der Schüler einen Einblick in die Impfbücher zu erhalten und eine detaillierte Sammelstatistik bezügl. des Impfstatus der Schüler zu erstellen.

Im Rahmen eines bayernweiten Pilotprojekts, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (in Abstimmung mit dem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit), bot das Gesundheitsamt 2015 den Eltern von Einschulungskindern mit unvollständiger Masern-Mumps-Röteln-Impfung ein Erinnerungssystem an, mit dem vergessene oder verpasste Impfungen nachgeholt werden können. Die Teilnahme am Erinnerungssystem erfolgt freiwillig. Bei 31 Kindern wurde ein Recallbrief versandt. Von 24 Eltern erfolgte eine Rückmeldung, jedoch nur 3 der 31 fehlenden MMR-Impfungen wurden nachgeholt. Dies lässt darauf schließen, dass die empfohlenen Impfungen von den Eltern abgelehnt wurden.


„Verlausung“

Auch im Landkreis Rhön-Grabfeld treten leider immer wieder Läuse in Schulen und Kindergärten auf. Im vergangenen Jahr erfolgten „Läusemeldungen“ 30 mal von Schulen und 31 mal durch Kindergärten. Bei Bedarf werden durch die Sozialmedizinischen Assistentinnen des Gesundheitsamtes die Gemeinschaftseinrichtungen in ihrem Kampf gegen die Läuse unterstützt und Aufklärungsarbeit geleistet. Bei Problemfällen erfolgen auch Nachschauen durch die SMA’s mit eingehenden individuellen oft zeitraubenden Beratungen der Erziehungsberechtigten. Die Nachfrage nach dieser Leistung des Gesundheitsamtes ist generell sehr hoch, konnte hiesigerseits in 2015 jedoch nur in Einzelfällen erfolgen.
 


Neugeborenenscreening

1. Screening auf angeborene Stoffwechselerkrankungen

Seit März 1999 sind die Gesundheitsämter mit der Überwachung der Durchführung des Stoffwechsel-Screenings aller Neugeborenen betraut. Im Jahr 2015 wurden von 667 Neugeborenen 664 Kinder gescreent. Bei drei Neugeborenen lehnten die Eltern das Screening ab. Insgesamt wurden 99 Eltern schriftlich kontaktiert.

 

 

2. Screening auf schwere angeborene Hörstörungen

Seit Juli 2010 erfolgt im Gesundheitsamt durch die Sozialmedizinischen Assistentinnen zusätzlich eine Überwachung der Durchführung des Neugeborenen-Hörscreenings. Ziel des Neugeborenen-Hörscreenings ist es, Kinder, die mit einer schweren beidseitigen Hörstörung zur Welt kommen, frühzeitig zu erkennen. Bleibt eine solche Hörstörung monate- oder gar jahrelang unentdeckt, kann sich dies auf die gesamte Entwicklung des Kindes negativ auswirken.

Im Jahr 2015 wurden von 667 Neugeborenen 666 Kinder gescreent. Bei einem Neugeborenen lehnten die Eltern das Screening ab. Insgesamt wurden 120 Eltern schriftlich kontaktiert.

 

 

 

 

 

 

 


Infektionsschutz und Umwelthygiene


Neben der Beratung in umwelthygienischen Fragen und der Wahrnehmung vor allem von Aufgaben des Infektionsschutzes obliegt den Mitarbeitern im Infektionsschutz und in der Umwelthygiene im Wesentlichen die Erfüllung folgender gesetzlich festgelegter Aufgaben:

Vollzug der Trinkwasserverordnung 2001; Überwachung der Heilquellen; turnusmäßige Überprüfung von Schwimmbädern und Badeseen; Ermittlungen und Beratungen im Vollzug des Infektionsschutzgesetzes; hygienische Überwachung von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Spiel-, Camping- und Zeltplätzen, Jugendherbergen und sonstigen Massenunterkünften, Kindergärten und Schulen, Praxen für Physiotherapie, Saunen, Friseur- und Kosmetiksalons, Tattoo-Studios; Stellungnahmen zu Flächennutzungs-, Bebauungs- und Bauplänen im Vollzug des Bundesbaugesetzbuches und der Bayer. Bauordnung zu Fragen der Hygiene.

Zum 01.01.2001 trat als Ersatz des Bundesseuchengesetzes das Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Kraft. Die hier festgelegten umfassenden Ermittlungs- und Meldevorschriften schreiben vor, bestimmte aufgetretene Infektionskrankheiten von besonderer Bedeutung auf elektronischem Weg unverzüglich über die zentrale Meldestelle am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim an das Robert Koch Institut in Berlin (RKI) zu übermitteln. Eine bedeutsame Änderung des IfSG erfolgte zuletzt am 28.07.2011. Ziel dieser Änderung ist es, verstärkt dem Auftreten nosokomialer Infektionen mit multiresistenten Keimen entgegenzuwirken. Größten Wert legt das Gesetz nun auch auf die Optimierung des Einsatzes von Antiinfektiva/Antibiotoka. Die Änderung des IfSG und die darauf fußende Änderung der Bayerischen Verordnung zur Hygiene und Infektionsprävention in Medizinischen Einrichtungen (MedHygV) konkretisieren die Anforderungen an Ausbildung und Einsatz des vorzuhaltenden Hygienefachpersonals, insbesondere in Krankenhäusern.

Als Anhaltspunkt für den im Hygiene- und Infektionsschutz zu leistenden Aufwand werden im folgenden auch einige der durch das Sachgebiet erfassten statistischen Zahlen genannt:


Infektionsschutz

Meldepflichtige übertragbare Krankheiten 2015:  

Noroviren 225
Campylobacter 72
Rotaviren 31
Salmonellen 18
Pertussis 37
Influenza 94
Borreliose 8
Lambliasis 4
Yersinien 8
Windpocken 35
Adenovirus 1
Escherichia coli 2
Hantavirus 3
EHEC 2
Legionella sp. 3
Hepatitis E 2
Clostridien 30

 

Im Jahr 2015 wurden dem Gesundheitsamt insgesamt 575 Fälle meldepflichtiger übertragbarer Erkrankungen mitgeteilt, die notwendigen Ermittlungen durchgeführt, und die Betroffenen über ihre Erkrankung und eventuelle Schutzmaßnahmen informiert. 2015 war ein Anstieg der gemeldeten Infektionsfälle von 44 % gegenüber dem Berichtsjahr 2014 festzustellen. Insgesamt wurden 4 Tätigkeitsverbote für Mitarbeiter im Lebensmittelbereich ausgesprochen sowie die notwendigen Belehrungen und schriftlichen Meldungen durchgeführt.

Das Infektionsgeschehen im Landkreis war auch 2015 erneut durch das gehäufte Auftreten infektiöser Magen-Darm-Erkrankungen geprägt. Ab November 2014 bis April 2015 kam es zu einer ausgeprägten Häufung von Infektionen durch Noroviren. Hiervon am schlimmsten betroffen waren wiederholt verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen, auch Krankenanstalten. Noroviren machen sich durch ein aus völliger Gesundheit heraus plötzlich auftretendes schwallartiges wiederholtes Erbrechen mit für 1-2 Tage nachfolgenden Durchfällen bemerkbar und können vor allem bei älteren Menschen und Kindern zu massiven Kreislaufschwächen führen. Insbesondere Erbrochenes, aber auch Stuhl, ist höchst infektiös, führt daher oft zu Folgeinfektionen des familiären Umfelds, aber auch von Mitpatienten und Betreuungspersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Die Influenza spielte im Jahr 2015 wieder eine wesentliche Rolle mit insgesamt 94 Meldungen, bei denen die Erkrankung durch einen Laborbefund  diagnostiziert wurde.

Im Gesundheitsamt gingen 9 Herdmeldungen ein. Eine Herdmeldung umfasst immer eine größere Anzahl an erkrankten Personen, die in Zusammenhang stehen und ähnliche Symptome aufweisen. Betroffen waren überwiegend Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser sowie Schul- und Kindergärten. Hier waren ausgeprägte Ermittlungen und hygienische Maßnahmen notwendig, die das Gesundheitsamt anordnen und überwachen musste.


Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz

Entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes wurden in den Räumlichkeiten des Gesundheitsamtes im vergangenem Jahr insgesamt 612 Personen in einer jeweils etwa 1 1/2 stündigen Schulung erstbelehrt und die notwendigen Nachweise ausgestellt. Auch in diesem Bereich wurde im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von nochmals 25 % erreicht.

 

Von der Bevölkerung gut angenommen (45x) wurde im Berichtszeitraum weiterhin das Angebot einer kostenlosen Bestimmung von Hygieneschädlingen, verbunden mit einer Beratung bezüglich möglicher Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen.

 

Wasserhygiene

Vollzug der Trinkwasserverordnung

Am 13. Dezember 2012 wurde im Bundesgesetzblatt die "Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung" verkündet. Gegenüber der ersten Novelle vom Nov. 2011 wurden insbesondere die Untersuchungsintervalle zur Legionellenbestimmung im Warmwasserbereich (von einem auf drei Jahre) und die Frist bis zur Durchführung einer ersten Untersuchung (bis 31.12.2013) verlängert. Zudem entfällt nunmehr die Verpflichtung zur Meldung aller Großanlagen zurTrinkwassererwärmung. Überschreitungen des Maßnahmewertes bleiben auch weiterhin meldepflichtig an das Gesundheitsamt.

Der Informationsbedarf der Bevölkerung ist auch weiterhin sehr groß. Insgesamt wurden in diesem Zusammenhang 229 persönliche oder telefonische Auskünfte erteilt oder Beratungen vorgenommen.
 

Im Landkreis Rhön-Grabfeld werden zur Zeit 41 öffentliche und 65 private Wasserversorgungsanlagen (soweit amtlich bekannt) betrieben. Durch die Trinkwasserverordnung ist hier ein engmaschiges Netz von Prüfungen und Kontrollen vorgegeben.

So wurden im Berichtsjahr 44 Wasserversorgungsanlagen (öffentliche und private) besichtigt. 132 x wurden hierbei orientierende Messungen durch die Mitarbeiter des Sachgebiets selbst durchgeführt.

In 72 Fällen mussten nach vorübergehenden Grenz- und Richtwertüberschreitungen mikrobiologischer, physikalischer, physikalisch-chemischer und chemischer Art mit den Betreibern der Anlagen Abhilfemaßnahmen besprochen und deren Durchführung überwacht werden. Ergänzend wurden durch das Gesundheitsamt im Einzelfall mikrobiologische Vergleichsproben gezogen und zur Befundung an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weitergeleitet. Zudem hat das Gesundheitsamt an 25 Behördengesprächen teilgenommen, um an Lösungen vorhandener Probleme in der Wasserversorgung mitzuwirken.

Das Gesundheitsamt erhielt zudem 47 Beschwerden besorgter Bürger, die über eine mangelnde Qualität des ihnen gelieferten Trinkwassers klagten. Hierbei stellte sich zumeist heraus, dass sich vorhandene schadhafte Wasserinstallationen in den jeweiligen Gebäuden negativ auf die Wasserqualität auswirkten.

In 81 Fällen wurden fachliche Beurteilungen in wasserrechtlichen Verfahren abgegeben.

299 x wurden Betreiber hygienisch-technisch bezüglich des Betriebs von Wasseraufbereitungs- bzw. Desinfektionsanlagen beraten. Hier sind aufgrund ständiger technischer Weiter- und Neuentwicklungen immer öfter Ortsbesichtigungen erforderlich, um sachgemäß beraten zu können.

Das Gesundheitsamt wirkte auch 2015 aktiv bei der Fortbildung der Wasserwarte mit und übernahm fachliche Beiträge im Rahmen der Wasserwerksnachbarschaften Rhön-Grabfeld.


Krankenhaushygiene

Im Vollzug des Infektionsschutzgesetzes und der bayerischen Verordnung zur Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen (MedHygV) werden u.a. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und Einrichtungen zur medizinischen Rehabilitation durch das Gesundheitsamt überwacht. Insbesondere zur Erfassung und Verhütung des Auftretens nosokomialer (im Krankenhaus erworbener) Infektionen besteht ein ständiger Kontakt zu den Hygienefachkräften, den hygienebeauftragten Ärzten und externen Hygienikern der Akut- und Fachkliniken im Landkreis Rhön-Grabfeld.

Im Rahmen verschiedender Um- und Neubautätigkeiten der ortsansässigen Rhön-Klinikum AG wurden mehrere Stellungnahmen abgegeben und an Ortsterminen sowie Besprechungen teilgenommen.


Schwimm- und Badeanstalten

Im Landkreis Rhön-Grabfeld wurden im Berichtszeitraum 21 Badeanstalten, teils auch in Hotels und Krankenanstalten, betrieben. Durch das Gesundheitsamt fanden diesbezüglich insgesamt 78 Betriebsprüfungen statt. Hierbei wurden zum einen die vorgelegten Ergebnisse der Betreiberuntersuchungen ausgewertet, zum anderen 936 Kontrollmessungen selbst durchgeführt, Betreiber und Bademeister über neue Entwicklungen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Badewasseraufbereitung informiert und beraten. Einen Beratungsschwerpunkt stellte das Vorkommen von Legionellen im Bereich von Filteranlagen und Duschen dar, Abhilfemöglichkeiten wurden aufgezeigt.

Der Heilwasserbadesee in der Frankentherme in Bad Königshofen i.Gr. wurde auch 2015 engmaschig überprüft. Bedingt durch die chemisch-physikalischen Besonderheiten des verwandten Heilwassers und den Verzicht auf eine Chlorung stellen die besondere Art der Badewasseraufbereitung, der laufende Betrieb und die stete Überwachung der Hygiene- und Betriebsparameter eine besondere Herausforderung für Betreiber und Überwachungsbehörde dar.


EU-Badegewässer, Landschaftsseen

Von Mai bis September 2015 wurden die Badeseen in Burgwallbach, Irmelshausen und Sulzfeld sowie der Landschaftssee Frickenhausen in monatlichen Abständen überprüft, Wasserproben (insgesamt 24) entnommen und durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen und Oberschleißheim nach den neu gefassten EG-Richtlinien für Badegewässer untersucht. Alle Befundberichte wurden auch 2015 in das Internetportal „LIS Landkreis Rhön-Grabfeld“ eingepflegt, um die Landkreisbevölkerung sowie Interessierte im ganzen Bundesgebiet über die Qualität der im Landkreis befindlichen EG-Badeseen zeitnah und aktuell zu informieren. Ergänzend erfolgen jeweils vor Ort die Bestimmung von Temperatur, pH-Wert, Sichttiefe sowie eine Sichtprüfung auf das Vorhandensein von Ölfilmen und Teerrückständen sowie Algenbildung. Die jeweiligen Ergebnisse werden protokolliert. Auffälligkeiten (Sauberkeit der Badestrände, mögliche Gefährdungen der Badegäste) werden mit den Verantwortlichen besprochen, auf die Abstellung von Mängeln hingewirkt.

 

Abwasser

Im Landkreis Rhön-Grabfeld werden aktuell 35 abwassertechnische Anlagen betrieben, 5 dieser Anlagen wurden im Berichtsjahr besichtigt.


Ortshygiene

Zu Fragen der Raumordnung, der Bauleitplanung und in Baugenehmigungsverfahren wurden 2015 insgesamt 82 Stellungnahmen abgegeben.

3 Kindergärten, 3 Schulen, 6 Spielplätze und 4 im Landkreis Rhön-Grabfeld befindliche Zelt- und Campingplätze sowie 4 Wohnmobil-Stellplätze wurden 2015 aus hygienischer Sicht besichtigt. Kleinere Mängel wurden mit den Verantwortlichen besprochen und abgestellt.

Im Bereich des Bestattungswesens wurden 41 Anfragen zu hygienischen Fragestellungen bearbeitet, zuvor notwendige Ortseinsichten vorgenommen.


Umwelthygiene, Umweltmedizinische Beratungsstelle

In den Vorjahren stark nachgefragt durch die Gemeinden im Landkreis war die hiesige Mitwirkung in Fragen der Wohnungsaufsicht. Dem ist durch die Aufhebung des entsprechenden Passus im Wohnungsaufsichtsgesetz die rechtliche Grundlage entzogen. Nunmehr erfolgen Stellungnahmen zu Wohnverhältnissen, zu leider nicht seltenen „Vermüllungen“, nur noch in Amtshilfe für Jugendamt, Bauamt und Betreuungsstelle.

Auf Wunsch des StMUG wird auch im Landratsamt Rhön-Grabfeld der Bevölkerung die Wahrnehmung einer Umweltmedizinischen Beratung angeboten.

Im Mittelpunkt der Fragestellungen stehen zumeist vermutete Wohngifte, das Auftreten allergischer/toxischer Erscheinungen und befürchtete Beeinträchtigungen durch hochfrequente Strahlung und Auswirkungen der Mobilfunktechnik.

 

 


Medizinisches Gutachtenwesen


Im Gesundheitsamt werden alle aufgrund von Rechtsverordnungen anfallenden amtsärztlichen Untersuchungen durchgeführt. Ergänzend hierzu werden Gutachten auf Anforderung von Gerichten und Staatsanwaltschaften erstellt.

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Tatsache, dass 2015 allein im Auftrag des Amtsgerichtes Bad Neustadt a.d.Saale 194 Betreuungsgutachten erstellt wurden. 121 x war die Gutachtenserstellung hierbei mit einem Außendienst verbunden. Damit bleibt der Eingang an Gutachtensaufträgen im Betreuungsrecht trotz aller Versuche des Amtsgerichts Bad Neustadt, andere Gutachter für diese nicht primär amtsärztliche Aufgabe zu finden, auf hohem Niveau, bindet somit erhebliche ärztliche Ressourcen.

Im folgenden wird ein kurzer Überblick über die weiteren im Berichtsjahr angeforderten und erstellten amtsärztlichen Gutachten und Zeugnisse erteilt:

 

Einstellungsuntersuchungen/Nachuntersuchungen/Untersuchungen auf Lebenszeit
für Beamtenbewerber
78

Dienstunfalluntersuchungen für Beamte

5
Untersuchungen auf Dienstfähigkeit 26
Gutachten nach dem IfSG - Impfschadensmeldungen 0

Gutachten im Beihilferecht:
Rehabilitationsbehandlungen im Rahmen von Kuren

Stationäre Rehabilitationsbehandlungen  

5

3

35

Amtsärztliche Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt/
bei Behörden
8
Gutachten nach den einschl. Paragraphen der Sozialgesetz-
bücher im Auftrag der Sozialverwaltungen der
Bezirke bzw. der Landkreise

 

 

34

Erstuntersuchungen nach § 62 Asylbewerberverfahrensgesetz 703
Begutachtungen von Asylbewerbern/Ausländern 195

Gerichtsärztliche Gutachten - Haft- und Verhandlungsfähigkeit

in Betreuungsverfahren

davon mit Außendienst

Drogenscreening (Überprüfung von Bewährungsauflagen)

Drogenscreening (Substitution)

1

194
121

75

0

Gutachten zur Notwendigkeit der sofortigen vorläufigen Unterbringung 7
Untersuchungen im Auftrag der Prüfungsämter der Universitäten bei Prüfungsverhinderung bzw. Verlängerung der Prüfungszeit

 

15

Gutachten für Kapitalabfindung 0

Erstellung betäubungsmittelrechtlicher Bescheinigungen  nach dem „Schengener Abkommen"

Rezeptbeglaubigung

18

 

0

Gutachten für die Familienkassen 5
Amtsärztliche Bescheinigungen aufgrund verschiedener Rechtsgrundlagen/Amtshilfeersuchen 4


Darüber hinaus wurden ärztlicherseits folgende weitere Dienstaufgaben im Sachgebiet wahrgenommen:

Ärztliche AIDS-Beratungen mit Blutentnahme: 37
Impfberatungen/medizinische Reiseberatungen/umwelt-
medizinische Beratungen
78

   

 


 


Tuberkulosebekämpfung

Im Jahr 2014 wurden bundesweit 4.488 Tuberkulosen registriert, was einer Inzidenz von 5,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht. Die Fallzahlen liegen damit um 3,9 % höher als im Vorjahr (2013: 4.319 Erkrankungen, Inzidenz: 5,3) und befinden sich zwischen jenen aus dem Jahr 2008 (4.538 Erkrankungen) und 2009 (4.442 Erkrankungen). Auch im Jahr 2013 wurde gegenüber dem Vorjahr bereits eine um 2,4 % höhere Fallzahl registriert. Somit ist das Ende des langjährigen Abwärtstrends erreicht und es zeigt sich - auch bestätigt  durch die vorläufigen Meldedaten für das Jahr 2015 - ein weiterer Anstieg der Fallzahlen.

 

In Deutschland und in den anderen Industriestaaten ist die Tuberkulose zu einer seltenen Erkrankung geworden. Jedoch kommt es bei Einwanderern (z. B. aus der ehemaligen Sowjetunion), bei Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen (z. B. Obdachlosen), bei Personen mit einer durchgemachten Tuberkulose und bei Patienten mit einer dauerhaften oder vorübergehenden Schwäche des Immunsystems (z. B. HIV-Infizierte, Alkohol- und Drogenabhängige) zu häufigerem Auftreten einer Tuberkulose als bei der sonstigen Bevölkerung. Zusätzlich wird die Tuberkulose bei diesen Risikogruppen nicht selten erst spät erkannt. Menschen, die außerhalb Deutschlands geboren wurden, erkranken deutlich häufiger an Tuberkulose als Einheimische, so dass diesen und anderen Risikogruppen unsere besondere Aufmerksamkeit gilt.

 

Seit 2013 unterstützt Frau MOR Dr. Heuring von der Regierung von Unterfranken die unterfränkischen Gesundheitsämter als Tuberkulosefachberaterin bei besonderen Fragestellungen.

 

Die Aufgaben in der Tuberkulosebekämpfung stellen sich hierbei wie folgt dar:


Umgebungsuntersuchung/Quellensuche/Überwachung bei Tuberkulose

 

· Organisation, Durchführung und Überwachung der Umgebungsuntersuchung


· Ermittlung der Kontaktpersonen im privaten und beruflichen Umfeld


· Medizinische und soziale Beratung der Betroffenen


· Kontaktaufnahme mit den behandelnden Ärzten in Kliniken und Arztpraxen


· Hausbesuch,ggf. Begehung des Arbeitsplatzes


· Ausgabe der Sputumgefäße mit Erläuterungen zur Handhabung


· Anlegen und Ablesen der Mendel-Mantoux-Teste und ihre Interpretation


· Durchführung von QuantiFERON® TB Gold In-Tube Tests 


· Indikationsstellung zur Durchführung von Röntgenaufnahmen
 

Folgende Tabelle gibt Auskunft über die vom Gesundheitsamt im Jahr 2015 festgestellten Erkrankungen und ggf. deren Maßnahmen:

 

 

TB-Erkrankungen / Leistungen in 2015 Anzahl
Neuerkrankungen an Tuberkulose aller Formen -
Überwachungsbedürftige Tuberkulosen 8
veranlasste  Röntgenthoraxuntersuchungen 480
Sputumuntersuchungen -
Sputumuntersuchungen/ Quellensuche Pflegeeinrichtung 47
QuantiFERON® TB Gold In-Tube Tests 80
Umgebungsuntersuchungen gemäß §§ 25/26 IfSG 5


Statistische Erfassung von behandlungsbedürftiger Tuberkulose

Neuerkrankungen an Tuberkulose werden unter Erfassung aller relevanten Daten elektronisch an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim zur statistischen Auswertung übermittelt. Dieses leitet die Datensätze an das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin weiter.


Abschließende Bemerkungen zur Bekämpfung der Tuberkulose

Auch wenn sich die Tuberkulosesituation in der Welt nicht direkt auf den Landkreis auswirkt, bleibt das Gesundheitsamt von den Problemen, die sich z. B. aus der zunehmenden Resistenz der Erreger in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ergeben und den Schwierigkeiten, die in diesen Fällen langwierige Behandlung erfolgreich abzuschließen, nicht verschont. Die Zahlen und Raten des Jahres 2015 bewegen sich im hiesigen Kreisgebiet im Rahmen der Vorjahre und geben keinen Anlass zur Sorge, dass die Tuberkulose im Landkreis außer Kontrolle geraten könnte.

 

Untersuchung von Flüchtlingen nach § 62 Asylberwerberverfahrensgesetz

 

Eine besondere Herausforderung für das Gesundheitsamt stellen die Erstuntersuchungen nach § 62 Asylbewerberverfahrensgesetz dar, die seit August 2015 bei 703 Flüchtlingen durchgeführt wurden. Die Untersuchungen umfassten neben einer körperlichen Untersuchung, insbesondere auch auf ansteckende Erkrankungen eine Blutentnahme zum Ausschluss einer Hepatitis B oder HIV-Erkrankung sowie eine Röntgenthoraxaufnahme zum Ausschluss einer Lungentuberkulose. Alle Flüchtlinge, die 16 Jahre oder älter sind, erhalten eine Röntgenaufnahme der Lunge, schwangere Frauen sowie Kinder von 10 - 15 Jahren erhalten einen Bluttest , um Hinweise auf das Vorliegen einer Tuberkulose zu erhalten. Erfreulicherweise konnte in den durchgeführten Untersuchungen bisher keine ansteckungsfähige Lungentuberkulose nachgewiesen werden.

 


Betriebsärztliche Dienststelle

 

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand zum 30.06.2014 nimmt Herr Medizinaldirektor Dr. Horst Rusche auch weiterhin die Aufgaben des Betriebsarztes nach dem Arbeitssicherheitsgesetz für die Einrichtungen des Landratsamtes Rhön-Grabfeld wahr. Neben der arbeitsmedizinischen Beratung des Arbeitsgebers und der Mitarbeiter des Landratsamtes und der Beurteilung der Arbeitsplatzergonomie werden insbesondere ärztliche Einstellungsuntersuchungen sowie Untersuchungen nach den entsprechenden arbeitsmedizinischen Grundsätzen sowie der Biostoffverordnung durchgeführt.

 



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