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Behindertenbeauftragter

 


Allgemeines

Das Jahr 2015 war besonders geprägt vom Thema „Inklusion“. Der Begriff Inklusion stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „einschließen“ oder „einbeziehen“. Soziologisch betrachtet beschreibt die Inklusion ein Gesellschaftskonzept, in dem sich jeder Mensch unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Nationalität, Bildung und einer eventuellen Behinderung, zuge-hörig fühlen kann. In einer sogenannten inklusiven Gesellschaft wird niemand ausgegrenzt und Unterschiedlichkeit nicht bloß toleriert, sondern als selbstverständlich betrachtet. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion für Menschen mit Behinderungen als Menschenrecht festgeschrieben. Auch Menschen mit Behinderungen ist die Teilhabe an allen Bereichen des Le-bens zu gewährleisten. Deutschland hat diese Vereinbarung bereits im März 2007 unterzeichnet – mit der Umsetzung von Inklusion stehen wir aber noch am Anfang eines langen Prozesses.

Auch in unserem Landkreis muss noch vieles getan werden, um eine inklusive Gesellschaft zu gestalten. Noch immer gibt es viele Hürden, durch die Menschen an einer „Teilhabe“ gehindert werden. Diese Hürden betreffen nicht nur Menschen mit Behinderungen –  sie betreffen im We-sentlichen uns alle. Unsere Aufgabe als Behindertenbeauftragter des Landkreises sowie der Kommunen sehe ich darin, ein Stück zum Abbau und zur Beseitigung von Hürden beizutragen. Erste Schritte in die richtige Richtung wurden jedenfalls schon gegangen.

Auch in meinem Bericht werde ich u. a. auf Maßnahmen zur Inklusion eingehen.

 

Regionale und überregionale Treffen

Am Montag, den 16. März 2015, fand in Würzburg das Jahrestreffen der Behindertenbeauftrag-ten für den Bezirk Unterfranken statt. Tagungsort war diesmal das Berufsförderungswerk Würz-burg gGmbH – Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Veitshöchheim. Nachdem ich mich zu diesem Zeitpunkt in Urlaub befand, nahm der Behindertenbeauftragte der Stadt Bad Neustadt/S., Karl Breitenbücher, als Landkreisvertreter an diesem interessanten Treffen teil.

Am Donnerstag, 09. Juli 2015, besuchte ich eine Veranstaltung in Neumarkt/Oberpfalz. An die-sem Tag wurde vor zahlreichen Gästen u. a. aus Kommunen und externen Fachleuten des Bau- und Gesundheitswesens der Leitfaden „Die barrierefreie Gemeinde“ vorgestellt. Verschiedene Referenten erläuterten die Arbeitsergebnisse von 16 Kommunen, die sich dem Thema „Barriere-freiheit“ jeweils in einem Modellprojekt stellten. Joachim Hermann, der Bayerische Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr war persönlich anwesend, um den gesamten Leitfaden zu präsentieren. Jeder Behindertenbeauftragte aus dem Landkreis erhielt durch mich ein Exemplar dieses interessanten Nachschlagewerks.

2015 wurden erstmals die „Unterfränkischen Inklusionspreise“ ausgelobt. In den vier Kategorien „Arbeit“, „Bildung und Erziehung“, „Wohnen“ sowie „Freizeit, Kultur, Sport, Natur und Um-welt“ wurden durch die Jury insgesamt 5 Preisträger auserkoren. An der Veranstaltung, die am Donnerstag, den 01. Oktober 2015 im Rahmen der Mainfrankenmesse stattfand, nahm ich teil und bewunderte die Projekte, die eine Auszeichnung erhielten.

Der Besuch eines Symposiums zum Thema „Inklusion – Chancen und Möglichkeiten“ stand für mich am Montag, 16. November 2015, auf dem Programm. Der Bezirkstagspräsident hatte zu dieser Veranstaltung in den Großen Sitzungssaal des Bezirks eingeladen. Beiträge zu dem Thema „Inklusion – Herausforderung für alle“ – ein Vortrag von Prof. Dr. Kulke – sowie zu „4 un-terfränkischen Best–Practice–Beispielen“ aus den Bereichen Arbeit, Wohnen, Bildung/Schule sowie Freizeit erwarteten die zahlreichen Gäste, die gekommen waren. Es war eine interessante Veranstaltung, deren Besuch sich lohnte.

 

Sitzungen der Behindertenbeauftragten aus den Kommunen des Landkreises

Zu 2 Treffen habe ich im Jahr 2015 die Behindertenbeauftragten aus den Kommunen des Land-kreises eingeladen. Beide Treffen waren wieder gut besucht und unterstreichen das Interesse der von den Gemeinden bestellten Vertreter an ihrer Aufgabe für die Belange der Menschen mit Be-hinderungen.

28 Personen nahmen am 28. April 2015 an der Veranstaltung in den Carl-Fritz-Stuben in Mell-richstadt teil. Referent des Abends war Steffen Vogel, Rechtsanwalt und Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Er informierte die Anwesenden über das Thema „Erben / Vererben – Schwerpunkt: Behindertentestament“. Er könne – so die Aussage des Referenten – nur allgemei-ne Informationen geben. Er riet aber dringend, besonders wenn auch Menschen mit Behinderun-gen betroffen sind, das Testament durch einen Notar verfassen zu lassen. Zahlreiche Fragen aus den Reihen der Teilnehmer zeigten das große Interesse an diesem Thema. Steffen Vogel betonte, dass er von dem Interesse der zahlreichen Anwesenden überrascht sei. „So etwas wie heute habe ich im Bereich Behindertenbeauftragte außerhalb des Landkreises Rhön-Grabfeld noch nie er-lebt“ – so lautete sein abschließendes Fazit. Im Anschluss informierte Karl Breitenbücher über das Treffen der Behindertenbeauftragten aus dem Bezirk Unterfranken, an dem er teilgenommen hatte. Ich stellte anschließend erste Erfolge des Projekts „Mensch inklusive“ vor.

Die Vorstellung des Pflegestützpunktes Rhön-Grabfeld stand im Mittelpunkt des 2. Treffens im Jahr 2015. Dieses Treffen fand am Mittwoch, den 4. November 2015 im Juliusspital in Bad Kö-nigshofen statt. Manfred Bühner, Verwaltungsleiter der Stiftung, stellte zunächst in kurzen Wor-ten seine Einrichtung vor. Veronika Enders, Mitarbeiterin des Stützpunktes, erläuterte die Struk-tur und die Aufgaben dieser Hilfseinrichtung für pflegebedürftige Menschen. Finanzierung, Auf-bau und Besetzung waren einige der weiteren Themen, über die sie referierte. Der Vortrag fand großes Interesse bei den 25 anwesenden Behindertenbeauftragten aus den Kommunen des Landkreises. Rhön-Grabfeld ist einer von bisher lediglich 9 Landkreisen in Bayern – davon alleine vier in Unterfranken – die einen solchen Pflegestützpunkt installiert haben. Im weiteren Verlauf des Treffens informierte ich über den Leitfaden „Die barrierefreie Gemeinde“ und die bisherigen Ergebnisse des Projekts „Mensch Inklusive“. Die Erweiterung des Beratungsangebots der Bayer. Architektenkammer, die auch im Landratsamt in Bad Neustadt eine Beratungsstelle installierte, sowie eine Information zu der Verleihung der Inklusionspreise rundeten das Tagungsprogramm ab.

 

„Inklusionsfahrt“ nach Berlin

11 Menschen mit Behinderungen nahmen neben mir sowie 2 Betreuungspersonen auf Einladung der Staatssekretärin Dorothee Bär an einer Fahrt in die Bundeshauptstadt Berlin teil. Die von der Bezirksrätin und unterfränkischen Behindertenbeauftragten Karin Renner geleitete Reisegruppe, die vom 04. März bis 07. März 2015 unterwegs war, bestand aus insgesamt rund 50 Personen, unter denen sich hochrangige politische und in der Wirtschaft verantwortliche Vertreter befan-den. Es war auch für mich eine besondere Erfahrung, wie positiv die Menschen mit Behinderun-gen in dieser Reisegruppe aufgenommen wurden. Die Fahrt war eine Reise wert und zeigte, dass Inklusion in vielen Bereichen möglich ist.

Mensch Inklusive / Inklusion

Bei Mensch Inklusive handelt es sich um ein Projekt, das mich sicherlich auch in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Für die Umsetzung des Projekts fanden inzwischen zahlreiche Bespre-chungen mit dem Projektbeauftragten, den unterschiedlichsten Beteiligten und sonstigen Perso-nengruppen statt. Zudem stand am 15. Juni 2015 ein Besuch beim Bezirk Unterfranken auf dem Programm, bei dem grundlegende Regelungen besprochen wurden. Am 22. April 2015 konnte das Modell „Mensch Inklusive durch Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Schweinfurt bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes vorgestellt werden. Daneben informierte ich über Ziele und Aufgaben der kommunalen Behindertenbeauftragten.

Ein konkretes Inklusionsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld und dem Bayer. Roten Kreuz auf den Weg gebracht: 4 Menschen mit Behinderungen, die in der WfbM Hohenroth beschäftigt sind, unterstützen als ehrenamtliche Helfer die Verantwortlichen bei den Blutspendeterminen, die in der Grundschule Brendlorenzen stattfinden. Das Projekt startete am 12. März 2015 und läuft bisher reibungslos.

 

Stellungnahmen zu Maßnahmen

Auch 2014 waren zu den unterschiedlichsten Maßnahmen Stellungnahmen des Behindertenbe-auftragten gefordert. Insgesamt gab ich 19 Stellungnahmen ab. Davon:
14 Stellungnahmen für Tiefbau-, Platzgestaltungs- und Straßenbaumaßnahmen,
02 Stellungnahmen für Hochbaumaßnahmen sowie
03 Stellungnahmen für die Anschaffung von barrierefreien Linienbussen.

 

Sonstiges

Weitere wesentliche Aktivitäten: Teilnahme an 2 Veranstaltungen des BRK für Senioren und Menschen mit Behinderungen, Teilnahme an 2 Besprechungen für das Projekt „Sport für alle“, Teilnahme als Mitglied des Fachbeirats an einer Sitzung der LAG (lokale Leader-Aktionsgruppe), Treffen mit Verantwortlichen der Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen, Teilnahme an der Einweihung des „Haus Sebastian“ in Maria Bildhausen. An der Besprechung des internen Arbeitskreises „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ konnte ich leider urlaubsbedingt nicht teilnehmen. Ich unterbreitete jedoch den Vorschlag, in dieses Konzept den Personenkreis der Menschen mit Behinderungen mit einzubinden, da viele zu bearbeitende Bereiche von beiden Personenkreisen tangiert werden.

Natürlich gab es daneben auch Anfragen, bei denen ich als Behindertenbeauftragter Hilfestellun-gen geben konnte.

 



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